Ja,
wir haben ein Stück über Heino gemacht.
Über den Menschen Heino, über seinen Lebenslauf. Er hat
uns höchstpersönlich dazu autorisiert, sind wir doch quasi
Nachbarn in Bad Münstereifel, denn sein Café steht nur
ein paar Schritte entfernt von unserem Kulturhaus.
Man mag
über ihn denken, wie man will, eines kann man ihm aber nicht
absprechen: Er lebt sein Dasein als Volkssänger mit aller Konsequenz,
ist sich nie zu schade, schnell mal eine Autogrammkarte zu holen,
mit einem Fan für ein Foto zu posieren und ist immer für
sein Publikum gesprächsbereit. So etwas respektieren wir und
nicht zuletzt aus Gründen wie diesen haben wir ein vielschichtiges
Theaterstück über ihn und sein Leben auf die Bühne
gebracht.
Ohne Musik.
von links: Jojo Ludwig, Heino (falsch), Christiane Remmert und Heino
(echt) auf der Bühne vom Kulturhaus theater 1

Zum
Inhalt:
Weiß ist die Farbe der Volksmusik.
Man denke nur an Titel wie "Weiße Rosen aus Athen", "Im weißen Röss'l
am Wolfgangsee", "Drei weiße Birken", "Zwei weiße Tauben", "Edelweiß",
"Fährt ein weißes Schiff nach Hongkong", und so weiter.
Weiß ist auch der Schnee und das Eis der Antarktis.
Hier treffen 1911 die Polarforscher Roald Amundsen und Robert Scott
aufeinander; beide leiden am "Mommsen-Syndrom". Diese Krankheit, die
man nur am Südpol bekommt, bewirkt unter anderem, dass man von Zukunftsvisionen
heimgesucht wird. So sehen die beiden den Zweiten Weltkrieg und das
zerbombte Düsseldorf, aus dem Heinos Mutter mit den Kindern flieht.
Damit beginnt eine turbulente Reise durch die Stationen von Heinos
Leben: seine Kindheit, die Bäckerlehre, die ersten Erfolge und seine
atemberaubende Karriere. Umgesetzt werden diese Stationen mit einer
Vielzahl von Stilmitteln: mit Schauspiel, Schattenspiel, Zeichentrickfilm,
Figurentheater, dem Spiel mit Objekten und mit einer lebensgroßen
Heino-Figur.
Das Absingen seiner größten Hits im üblichen Musical-Stil findet allerdings
nicht statt. Musik kommt ebenfalls nicht vor, trotzdem sind einige
bekannte und weniger bekannte Lieder zu hören, nur eben nicht so,
wie man es sich normalerweise vorstellen würde.
Heino-Verehrer und Heino-Skeptiker kommen bei diesem Stück gleichermaßen
auf ihre Kosten, das mit einem rasanten Wechselspiel der Personen
und Ereignisse aufwartet.
Ungewöhnliche Bühnenbilder, humorvolle, intelligente Umsetzungen und
überraschende Effekte sind die Bestandteile dieser Inszenierung, die
weit davon entfernt ist, nur eine weitere Heino-Parodie zu liefern,
wie man sie schon so häufig gesehen hat.
Vielmehr erfahren die Zuschauer Fakten, von denn selbst Heino bislang
nichts wusste. Zum Beispiel seinen Einfluss auf das Beatles-Stück
"A Hard Day's Night" oder wie sein Treffen mit dem Schauspieler
Lorne Greene ("Ben Cartwright" in "Bonanza") in
Hollywood tatsächlich ablief.
Heino selbst war von "seinem" Stück und vom zweistimmigen Gesang der
beiden Akteure begeistert.
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